Blau, Grau, Schwarz. Bei vielen Männern endet die Farbpalette genau dort. Diese Farben gelten als unkompliziert, seriös und leicht kombinierbar. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden.
Aber sicher bedeutet nicht automatisch passend.
Auch Oliv, Petrol, Bordeaux, Braun, Rost oder gedeckte Rottöne können sehr stilvoll, männlich und alltagstauglich wirken. Entscheidend ist nicht, möglichst viel Farbe zu tragen. Entscheidend ist, Farben zu wählen, die zur eigenen Ausstrahlung, zum Stil und zum Alltag passen.
Blau und Schwarz funktionieren, aber nicht immer am besten
Dunkelblau und Schwarz gehören zu Recht zu den Klassikern der Herrengarderobe. Beide wirken ruhig und lassen sich gut kombinieren.
Trotzdem stehen sie nicht jedem Mann gleich gut.
Vor allem Schwarz kann direkt am Gesicht sehr hart wirken. Es kann Schatten, Müdigkeit oder Rötungen stärker sichtbar machen. Ein Mann mit einem eher hellen oder weichen Farbtyp wirkt deshalb manchmal in Petrol, Braun oder einem gedeckten Bordeaux harmonischer als in tiefem Schwarz.
Ähnlich ist es mit Dunkelblau. Navy kann hervorragend aussehen, ist aber nicht automatisch die beste Lösung für jeden Mann.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Welche Farbe ist am sichersten?
Sondern: Welche Farbe unterstützt meine natürliche Wirkung?
Farbe muss nicht bunt bedeuten
Viele Männer verbinden Farbe sofort mit auffälliger Kleidung.
Dabei können farbige Kleidungsstücke sehr zurückhaltend wirken. Ein Pullover in Petrol, ein Overshirt in Oliv, ein Sakko in Braun oder ein Strickteil in Bordeaux sind keineswegs extravagant.
Oft wirkt eine solche Farbe sogar hochwertiger und interessanter als die nächste Kombination aus Schwarz und Grau.
Besonders gedeckte Farbtöne eignen sich gut für Männer, die ihren Stil erweitern möchten, ohne modisch übertrieben aufzutreten.
Oliv, Petrol, Bordeaux, Rost, Cognac, Taupe, Sand oder gedecktes Blau lassen sich hervorragend mit klassischen Basisfarben kombinieren.
Oliv, Petrol, Bordeaux und Braun richtig einsetzen
Oliv ist eine unkomplizierte Farbe für Jacken, Overshirts, Chinos oder Strick. Sie wirkt ruhig und lässt sich sehr gut mit Beige, Braun, Offwhite oder Denim kombinieren.
Petrol ist eine interessante Alternative zu klassischem Dunkelblau. Die Farbe wirkt erwachsen, modern und hochwertig und funktioniert besonders gut bei Pullovern, Poloshirts oder leichten Jacken.
Bordeaux und gedeckte Rottöne bringen Wärme in ein Outfit, ohne laut zu wirken. Ein bordeauxfarbener Pullover zu einer braunen oder anthrazitfarbenen Hose kann sehr stilvoll aussehen. Auch Rost- oder Ziegeltöne funktionieren hervorragend, wenn sie zum Farbtyp passen.
Braun wiederum hat zu Unrecht manchmal ein altmodisches Image. Moderne Braun-, Cognac- oder Espressotöne wirken hochwertig und lassen sich vielseitig kombinieren.
Nicht jedem steht jede Farbe
Es reicht nicht, einfach eine neue Farbe zu wählen, weil sie gerade modern ist.
Hautunterton, Haarfarbe, Augenfarbe und der natürliche Kontrast eines Menschen beeinflussen, welche Farbtöne besonders harmonisch wirken.
Manche Männer vertragen klare und kräftigere Farben sehr gut. Andere sehen in weicheren oder gedeckteren Tönen deutlich besser aus.
Auch die Helligkeit spielt eine Rolle. Ein sehr dunkler Pullover kann bei einem hellen Typ schnell dominieren. Ein zu blasser Farbton kann bei einem kontrastreichen Typ dagegen kraftlos wirken.
Deshalb gibt es nicht die eine perfekte Männerfarbe.
Es gibt Farben, die zu einer bestimmten Person besonders gut passen.
Kontrast ist genauso wichtig wie die Farbe selbst
Auch die Kombination der Farben verändert die Wirkung.
Ein weißes Hemd unter einem sehr dunklen Sakko erzeugt einen starken Hell-Dunkel-Kontrast. Das kann bei einem Mann mit entsprechend starkem Eigenkontrast hervorragend aussehen.
Bei einem weicheren Erscheinungsbild wirken abgestufte Kombinationen oft harmonischer, zum Beispiel Taupe mit Braun, Oliv mit Beige oder Bordeaux mit Dunkelgrau.
Auch tonale Outfits können sehr elegant wirken. Dabei werden unterschiedliche Nuancen einer Farbfamilie kombiniert, etwa Beige, Camel und Dunkelbraun.
Das Ergebnis wirkt ruhig und gepflegt, obwohl mehrere Farben im Spiel sind.
Mehr Farbe funktioniert auch sportlich
Farbe gehört nicht nur zu Sakko, Hemd oder Feinstrick.
Gerade im Freizeitbereich gibt es viele Möglichkeiten. Ein Hoodie in Rost, ein Gilet in Bordeaux, ein Sweatshirt in Petrol oder eine sportive Jacke in einer etwas klareren Farbe können einem einfachen Outfit sofort mehr Persönlichkeit geben.
Dazu eine schlichte Freizeithose oder eine hochwertige Trainerhose und gute Sneakers.
So bleibt der Look sportlich und unkompliziert, wirkt aber bewusster als die übliche Kombination aus schwarzer Hose und dunkler Jacke.
Stil bedeutet schließlich nicht automatisch, elegant angezogen zu sein.
Auch Freizeitkleidung kann stilsicher wirken.
Wie beginnt man, wenn bisher fast alles blau, grau oder schwarz ist?
Am einfachsten mit einem einzigen Kleidungsstück.
Statt des nächsten dunkelblauen Pullovers vielleicht Petrol. Statt der schwarzen Übergangsjacke ein warmes Braun oder Oliv. Statt des grauen Sweatshirts ein gedecktes Rostrot oder Bordeaux.
Besonders sinnvoll ist es, neue Farben zunächst in Gesichtsnähe auszuprobieren.
Pullover, Hemden, T-Shirts, Poloshirts, Jacken und Schals beeinflussen die Wirkung des Gesichts besonders stark.
Man muss also nicht gleich die gesamte Garderobe verändern.
Ein gut gewähltes Kleidungsstück kann bereits einen großen Unterschied machen.
Gute Männergarderobe braucht nicht mehr, sondern passendere Farben
Eine gut zusammengestellte Garderobe benötigt keine zwanzig verschiedenen Farbtöne.
Einige passende Basisfarben und zwei oder drei zusätzliche Farbfamilien reichen vollkommen aus.
Dadurch lassen sich Kleidungsstücke leichter miteinander kombinieren und Fehlkäufe werden seltener.
Das Ziel ist nicht, bunter zu werden. Das Ziel ist, stimmiger auszusehen.
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